2nd Glazefire

Nachdem der Ofen (diesmal mit Ferro-Ringen) geladen war habe ich ihn am folgenden Tag befeuert. Als ich morgens ins Atelier kam hatte er schon 450 Grad und es roch äußerst komisch im ganzen Atelier. Von den Glasuren kann das bei dieser Temperatur eigentlich nicht kommen und jegliche Sulfate hätten schon beim Schrühbrand ausbrennen müssen. Nach einigem Überlegen und einem Telefonat mit Carl Jäger schien es mir am wahrscheinlichsten, dass der Kleber in der Aufglasur bei dieser Temperatur verbrannt ist, da sich der Geruch danach auch gelegt hat. Dennoch muss ich unbedingt die Kita anrufen und fragen, ob ich den Abzug endlich abholen kann. Gesund ist das ja sicher nicht mit den ganzen Gasen die sich da bilden.
Während der Ofen brannte hab ich meinen Recycle-Ton wiederverwendet und ein paar Becher gedreht. An meiner Abschlussausstellung möchte ich einige davon verkaufen und hoffe auf genug Publikum, damit noch etwas Urlaubsgeld in die Kasse gespült wird.Atelier_73

Außerdem habe ich jetzt einen Wasserhahn im Atelier! Eine tolle und wichtige Neuerung. Mein Onkel schweißt mir noch ein Gestell für den großen Spülstein, den wir beim aufräumen gefunden haben, dann hab ich zwar immer noch keinen Abfluss, aber immerhin kann ich dann dort mit einer Eimerkonstruktion unter dem Abflussloch Dinge sauber machen und Wasser viel schneller holen.

Nachdem der Ofen ausgekühlt war stand ENDLICH das ausladen an. Und es war wie Weihnachten und Ostern zusammen. Und das nicht nur weil die Glasuren alle wirklich schön geworden sind, sondern vor allem weil meine Kupferroten Glasuren genau das gemacht haben was sie sollten. Zumindest die, bei denen 800er Silizium Carbid untergemsicht war. Der Ofen hat laut Ferro Ring eine Spitzentemperatur von 1218 °C  auf dem obersten Regal erreicht. Auf dem untersten Regal waren es nur 1207 °C. Die maximale Temperatur wurde für 40 Minuten gehalten. Die roten Glasuren haben keine großen Nadelstiche oder Blasen geworfen. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man allerdings erkennen, dass die Oberfläche leicht unebenmäßig ist. Wenn auch regelmäßig uneben aber dennoch. Ich nehme an, dass dort das Silizium Carbid geblubbert hat. Aber die Partikel waren so fein, dass es keine Blasen gab. Jedenfalls bin ich wirklich stolz, dass sie so gut funktioniert haben, weil es wohl normalerweise nicht auf Anhieb klappt und eigentlich sauschwer ist rote Glasuren richtig hinzubekommen. Dass sie so schön dunkelrot geworden sind freut mich deshalb besonders. Auf Porzellan kommt das ganze natürlich noch besser zur Geltung. Ich werde jetzt bald versuchen meine Recycle-Gefäße mit dem Gusston zu bepinseln und dann zu brennen, sodass einen dünne Schicht Porzellan aufgebrannt wird. Das müsste eigentlich gut funktionieren, weil es bei den Testtiles keine Probleme damit gab. Dann könnte man auch auf dem etwas dunkleren Scherben tolle Farbtöne erzielen.

Die Teekanne für die Hochzeit ist auch gut geworden. Inga hat sich sehr darüber gefreut. Ich habe sie für 55 € verkauft, obwohl ich echt etwas mehr hätte nehmen sollen. Die ganze Schnitzerei für das Datum und die Namen in Kanne und Tasse war nämlich echt langwierig. Aber es hat sich gelohnt, weil sie wirklich ziemlich schön geworden ist. Ich hoffe, das Brautpaar freut sich.

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