Lake Tahoe

John und ich haben uns am Sonntag zum Lake Tahoe aufgemacht. Das ist ein großer See, etwa drei Stunden von Chico entfernt gen Süden, der in zwei Bundesstaaten liegt. Kalifornien und Nevada. Nicht weit davon entfernt, liegt Reno und in Reno gibt es einen Patagonia Outlet. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Also haben wir uns morgens um sieben bei mir getroffen, Eier mit Schinken und Sauce Hollondaise verspeist und sind anschließend losgefahren. Nicht ohne vorher eine Kanne Tee zu trinken, weil John Halsweh hatte. Das hat sich leider nur wenig gebessert über den Tag, weswegen ich den größten Teil der Strecke gefahren bin. Auf dem Weg zum Outlet haben wir zwei Zwischenstops eingelegt. Einen an den Reisfeldern um Yuba City und einen an einer Raststätte. Bei ersterem standen große Strommasten, die verrückte R2D2-Computer-Matrix-Geräusche gemacht haben. Wirklich surreal! Auf der Raststätte gabs ein süßes Streifenhörnchen zu beobachten.


Später wurde es dann zwischenzeitlich ziemlich nebelig. Sogar so nebelig, dass man fast nichts mehr sehen konnte, und ich relativ langsam fahren musste. Je näher wir aber dem See kamen, desto lichter wurde der Nebel, bis er schließlich einem stark bewölkten, aber blauen Himmel wich.
Unser erster Halt war also der Patagonia Outlet in Reno. John braucht schon seit einiger Zeit eine Regenjacke, weil er nur eine sehr dicke Daunen-Winterjacke besitzt, die zum Rad fahren wirklich nicht geeignet ist. Er fand zwar selbst die reduzierten Preise ziemlich teuer, hat dann aber eine schicke, sehr dünne, atmungsaktive Gore-Tex Jacke in silbergrau gefunden und für 90$ erstanden. Ich habe mir eine winddichte Fließweste und eine Fließjacke im gleichen Stil gekauft. Die kam auch gleich zum Einsatz, weil es um den Lake Tahoe noch Schnee hat und furchtbar kalt war. Nach dem Outlet sind wir zum See aufgebrochen und haben uns auf die Suche nach dem Trailhead gemacht, von dem aus wir eine 5 Meilen Wanderung machen wollten. Leider war der Weg zum Trailhead wegen Schnee noch geschlossen. Wir sind dann kurzerhand einfach den Zufahrtsweg entlang gewandert. Dabei haben wir einen netten Herren mit einem Golden Doodle Hund (Golden Retriever – Pudel-Mix, ganz goldig!) getroffen. Er hat uns erklärt, wie wir auch auf diesem Weg einen rundweg zurück zum Parkplatz laufen können. Man müsse sich zwar an ein zwei Stellen durchs Dickicht schlagen, aber das ginge schon.


Also haben wir uns auf gemacht. Zunächst ging auch alles ganz gut, bis wir uns dann auf den Seitenpfad begeben haben, der ziemlich verschneit war und nicht besonders gut ausgetreten. Natürlich haben wir uns nach kurzer Zeit mehr oder minder verlaufen und waren froh, dass es einen Bach gab, dem man folgen konnte und von dem wir wussten, dass er zurück zum See führen würde. Aber so einen echte amerikanische Wildnis ist eben doch wehrhaft und nur schwer zu durchdringen, weswegen ich jetzt auch ein Loch im Hosenbein meiner Fjällrävenhose habe und diverse Kratzer. Außerdem habe ich ziemlich nasse Füße bekommen, weil es so viel Schmelzwasser gab und ich meine Wanderschuhe vergessen hatte. Da ich ja die erste Schicht beim Fahren übernommen hatte, wollte ich Schuhe anziehen, in denen ich mehr Gefühl habe als in den Wanderschuhen. Deswegen habe ich auch meine Turnschuhe angezogen und meine Wanderschuhe aus versehen daheim stehen lassen, anstatt sie einzupacken. Auf der Wanderung haben wir dafür aber auch ganz tolle Lichtungen und Bachschleifen gesehen. sogar einen Teil vom Wald, in dem es wohl gebrannt haben muss. Überall lagen umgestürzte Bäume die stellenweise schon fast komplett zersetzt waren. Perfekte Brutsätte für Morcheln sollte man meinen. Leider habe ich keine gefunden, obwohl ich gründlich gesucht habe, gerade im abgebrannten Teil des Waldes. Ich denke, dass es dort vielleicht Nachts noch zu kalt für die Pilze ist.


Den Rückweg haben wir gegen 4 Uhr angetreten, nachdem wir nach drei Stunden Wanderung endlich wieder in die Zivilisation zurück gefunden hatten. Um sieben Uhr waren wir in Chico, haben Lasagne gekocht und einen Salat dazu verspeist.
Es war also relativ ereignisreich am Lake Tahoe. Und obwohl der See an sich wirklich mit dem Bodensee mithalten kann und ein wundervolles Panorama bietet, fanden wir beide, dass es auf dem, von Chico 30 Minuten entfernten ,Table Mountain schöner ist.

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