Table Mountain Wildflower Hike

Nachdem ich gestern im Maltese (eine Bar bei mir um die Ecke) war und ein bisschen was getrunken und wunderbarer Live-Musik gelauscht hatte, war ich am Sonntag Morgen doch etwas müde und groggy. Das hat sich dann mit einem guten Frühstück und Tee halbwegs auskuriert. Und so sind John und ich gegen elf Uhr richtugn Oroville losgefahren. Gefahren bin diesmal auch tatsächlich ich, was wirklich Spaß gemacht hat. Leider haben wir uns einige Male verfahren, weil John sich lieber an Google Maps halten wollte als an mein Gedächtnis und die Erfahrung mehrerer Wanderer. deshalb sind wir erst zu einem private property gefahren, durch das man natürlich nicht durchfahren konnte. Letzten Endes haben wir es aber um kurz vor zwölf doch noch zum Parkplatz am trailhead geschafft. Der war dermaßen Überfüllt, dass wir uns schon am überlegen waren wo anders zu parken. Aber glücklicherweise hat gerade jemand ausgeparkt, als wir das zweite Mal daran vorbei gefahren sind. Schon vom Auto aus konnte man die wunderschönen Wildblumen Teppiche leuchten sehen. WFH10Leider waren so viele Menschen direkt am Parkplatz, dass ich zunächst nicht so viele Bilder geschossen habe. Aber schon nach dem ersten Wasserfall auf dem Rundwanderweg haben sich die Menschenmassen zerstreut. Das liegt wahrscheinlich daran, dass viele gleich vom Parkplatz zu den sogenannten Phantom Falls glaufen sind. Das sind zwei Wasserfälle (small and big phantom falls) die nur im Frühjahr existieren, wenn genug Wasser da ist aus dem sich ein Bach bilden kann. Sie fallen dann 50 Meter tief von der Lavastein-Klippe ins Tal. Das ist schon ziemlich beeindruckend. Wir hatten uns aber zum Glück für die etwas längere (~14 Kilometer) Rundweg Variante mit Abstecher zu den Wasserfällen entschieden. Der Wanderweg ist nicht wirklich ausgeschildert und oft ist nicht einmal ein Trampelpfad vorhanden. Deswegen hatte ich mir vorher eine topographische Karte im Internet heruntergeladen anhand derer und mithilfe von Johns Kompass wir dann den Weg mit ein paar kleinen Umwegen gefunden haben. Zuerst sind wir auf dem Plateau entlang zum ersten kleinen Wasserfall gelaufen. An dessen Seite konnte man in ein Tal hinabkrabbeln in dem sich ein Bach entlanggeschlängelt hat. Es gab dort anders als auf dem Plateau viele Bäume und wir haben sogar richtig große Alligatorlizzards gesehen. Die Blumenpracht kommt trotz meinen Fotos wahrscheinlich nicht richtig zur Geltung. Denn das Plateau leuchtete in den verschiedensten Farben. Ein paar Blumen habe ich nachgeschlagen. Zum Beispiel die kleinen Orangenen mit den vier Blütenblättern, sie heißen Frying Pans (Bratpfannen). Aber es gab auch gelbe Veilchen, wunderhübsche Bird Eye Gilia (hellblau-lila Blüten) , Douglas’ Meadowfoam (kleine weiße Blüten) und lila Lupinen.

Als der Bach breiter wurde haben wir eine Pause fürs Mittagessen eingelegt und ich habe mir die Füße im Bach abgekühlt. Lavastein ist ziemlich rutschig wenn er nass ist! In dem Bassin in dem ich gestanden habe habe ich einen red bellied newt (taricha rivularis) entdeckt und gefangen. Das ist eine Salamanderart, die es eigentlich nur an der Küste Nordkaliforniens gibt wie ich ergooglet habe. Außerdem sondert ihre Haut ein ziemlich übles Nervengift (Tetrodotoxin) ab, das Lähmungserscheinungen hervorrufen kann und ab einer oralen Dosis von 0,5-1 mg tödlich für einen Menschen ist. Als ich das gelesen habe hab ich natürlich erstmal das Gift nachgeschaut, um zu erfahren, wie schnell es wirkt. Es wirkt innerhalb von 45 Minuten und ist zum Glück nicht besonders gut über die Haut aufzunehmen. Deshalb lebe ich wohl auch noch. Angefasst hätte ich das Tierchen trotzdem nicht, wenn ich das vorher gewusst hätte. Nach dieser – im Nachhinein beunruhigenden – Begegnung mit der lokalen Fauna sind wir, bewaffnet mit Karte und Kompass, Richtung Phantom Falls aufgebrochen.

Nach einiger Sucherei und zwei Umwegen haben wir es dann endlich zum kleineren der beiden Wasserfälle geschafft. Dort haben wir dann eine Weile an der Klippe des Hochplateaus gesessen und die Aussicht genossen. Dabei konnten wir im Tal Stimmen hören und schließlich auch Menschen beobachten. Sie sind zu einer Stelle gelaufen, an der die Felswand eine Tiefe Furche hatte und darin verschwunden. Ab da war klar, dass man zu dem Wasserfall hinunterlaufen kann und wir unbedingt da runter mussten. Also haben wir uns auf den Weg gemacht und an der vermuteten Stelle auch tatsächlich gleich jemanden getroffen, der von unten heraufgestiegen kam und uns erklärt hat, dass es ziemlich steil und rutschig sei und wir uns links halten sollten, wo ein Seil für besseren Halt gespannt wäre. Das Seil war nicht besonders dick und John hat sich sogleich hingelegt weil er ausgerutscht ist. Ich hab einen anderen Weg ausprobiert, indem ich mich an Bäumen und Wurzeln fesgehalten habe: das hat besser funktioniert.

Unten angekommen waren wir von der schieren Masse der Lava-Felswand erschlagen und konnten uns am Bassin angekommen gar nicht mehr von den glänzenden, onyxschwarzen Lavabrocken unterhalb des Wasserfalls losreißen. Die sahen so unwirklich schwarz und glitschig aus, dass man fast hätte meinen können sie stammten von einem anderen Planeten. Irgendwann haben wir es dann aber doch geschafft und haben uns an den Aufstieg gemacht. Auf dem Weg dorthin haben wir eine Höhle direkt unterhalb des Plateaus und des Wasserfalls entdeckt, die jemand dort hineingeschlagen haben muss. Wieso konnte ich leider nicht herausfinden. Den Rückweg haben wir danach schnell gefunden und waren um 6 Uhr zurück am Auto.WFH12
Der Ausflug war sicherlich einer der schönsten, die ich hier in Kalifornien gemacht habe und ich plane in zwei Wochen noch einmal dorthin zu fahren und eine andere Route zu probieren, die dem kleinen Bach im Tal folgt.
Als wir zurück in Chico waren hatten wir einen Bärenhunger und haben kurzerhand entschlossen nicht selbst zu kochen sondern Sushi essen zu gehen.20160326_202656.jpg

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