Roadtrip

Am Dienstag bin ich mit Robert zu unserem Roadtrip an die kalifornische Küste aufgebrochen. Er hat mich morgens um 10 Uhr eingesammelt und dann sind wir einfach losgefahren. Zuerst Richtung Redding und von dort aus auf der 299 Richtung Küste bis zum Trinidad Beach. Der Strand dort ist einfach umwerfend schön. Leider konnten wir wegen Roberts gebrochenem Fußgelenk und seiner Schiene nicht allzu weit laufen. Auf dem Weg dort hin haben wir in den Bergen halt gemacht wann immer es etwas kurioses zu fotografieren gab (Robert ist ja sehr an “urban decay” interessiert) oder einer von uns aufs Klo msusten. Und es gab viel kurioses zu sehen.

 

roadtrip33Unter anderem viele Bigfoot Statuen, weil dieser Teil von Nordkalifornien wohl Bigfoot Land ist und nackte Schaufensterpuppen in Kanus über verlassenen Geschäften. Nach einem ersten langen Tag im Auto und vielen Zwischenstopps sind wir dann endlich in Eureka angekommen, haben in unser Motel eingecheckt und sind anschließend in der 6th and E Eatery Burger essen gegangen. Die Burger waren einfach fantastisch und die hausgemachten Pommes mit Käse und Chilli to die for. Wirklich einer der besten Burger die ich hatte, selbst wenn man sie mit denen vergleicht, die ich hier, in den USA, gegessen habe. Weil es schon spät und dunkel war sind wir danach zurück ins Motel gegangen, anstatt uns die Altstadt anzusehen.Das haben wir dann am nächsten morgen erledigt. Die Altstadt ist nicht wirklich groß und besteht aus viktorianischen Villen mit Blick aufs Meer. Man fühlt sich sogleich in eine andere Zeit versetzt.

Auf dem Weg aus Eureka heraus durfte ich dann fahren und wir haben wieder einige Zwischenstopps für Fotos eingelegt. Die Fahrt ging die Küste herunter auf dem Highway 101 durch Loleta, wo wir eine Käserei besucht haben (leider führen sie keinen Quark!) und Ferndale, wo wir in einer urigen Metzgerei ein Sandwich mit gesmoktem Tritip verspeist und den Friedhof besichtigt haben.

Anschließend sind wir dem Weg weiter Richtung Scotia und zum Redwood National Park gefolgt. Die Route ist einmalig schön und wenn man durch den Wald fährt stehen links und rechts riesige Redwoods, durch deren Kronen trotz des schönen Wetters ein ganz diffuses Licht gefallen ist. Natürlich konnten wir uns auch den Drive-through-tree nicht entgehen lassen. Die 6 Dollar habe ich gern bezahlt und Robert ist anschließend durch den Baum gerollt. Verrückt wie riesig diese Bäume werden können.

Die Fahrt ging dann weiter durch die Berge und endlose Serpentinen vorbei an Feldern von Vergissmeinnicht bis wir wieder an der Küste angekommen sind und uns den Mc Kerricher State Park direkt am Meer angesehen haben. Unser letzter Halt war Fort Bragg, wo wir am Hafen Fish&Chips gegessen haben und eine Robbe beobachten konnten.

Danach ging es dann teils im Dunkeln Richtung Ukiah, wo Roberts Großmutter lebt. Sie heißt Faith und ist eigentlich fast genau so wie meine Oma Warmsroth war: total lebenslustig, up to date mit der heutigen Technologie (sie nutzt sogar Facebook!) und einfach zum lieb haben. Sie hat mir stolz von ihren Kindern und Enkeln erzählt und mir natürlich auch erklärt wer mit wem verheiratet und wer von wem geschieden ist. Das war ziemlich lustig, weil sie wirklich viele Kinder und noch mehr Enkel hat und ich natürlich alle Namen praktisch sofort wieder vergessen habe. Ihre Großmutter ist von Italien migriert und sprach Zeit ihres Lebens nur italienisch, während Faith nur englisch gesprochen hat und ihre Mutter immer alles übersetzen musste. Jetzt bin ich jedenfalls über die Familiengeschichte aufgeklärt. Wir haben dann auch bei Faith übernachtet, weil es schon so spät war und sie uns am nächsten Morgen zum Frühstück in Romie’s BBQ & Grill eingeladen hat. Ich hatte Eier mit Pouled Pork und Hash Browns und bin immer noch satt davon. Roadtrip4Zum Schluss hat sich Faith bei mir untergehakt und mich eingeladen sie besuchen zu kommen, wann immer ich in Ukiah oder der Umgebung bin. Wir haben uns verabschiedet und sind nach Chico aufgebrochen. Robert ist wirklich ein angenehmer Reisekumpan. Man kann sich mit ihm über ungefähr alles unterhalten und hat viel zu lachen. Er ist außerdem wirklich interessiert an Geschichte, Geografie und auch Politik. Das find ich ja immer sehr bewundernswert, weil ich selbst nicht so viel weiß, wenn es um diese Themen geht. Außerdem habe ich rausgefunden, dass Robert Mormone ist und zwei Jahre in Minnesota Missionar war. Mormonen sind gar nicht so radikal, wie man meint und laut Robert auch nicht mit mehreren Frauen verheiratet. Jedenfalls wäre das nicht mehr zeitgemäß. Über Utha, wo seine Eltern leben und er zur Schule gegangen ist habe ich auch viel erfahren. Alles in allem war das also ein ziemlich informativer und wunderschöner Roadtrip. Ich bin richtig froh, dass ich die Reise mit Robert angetreten bin und jetzt einiges über Mormonen, italienische Einwanderer und kalifornische/amerikanische Geschichte gelernt habe.

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