Yosemite

Letzten Sonntag sind John und ich zu unserer National-Park-Tour zu Yosemite und Sequoia mit Ende in Monterey aufgebrochen. Anders als ewartet waren wir aber keine 10 Tage unterwegs sondern nur 6. Das lag am Wetter, weches ab Mittwoch mit Regen gemeldet war.
Sonntag Morgen (10.01.2016) sind wir jedenfalls mit voll bepacktem Auto losgefahren in Richtung Yosemite. Die Fahrt verlief problemlos und wir mussten dank 4-Rad-Antrieb nichtmal die Schneeketten benutzen, die John gekauft hatte. Mitführen muss man sie aber jederzeit. Darauf wurden wir sowohl im Yosemite als auch im Sequoia Nationalpark hingewiesen. Das liegt daran, dass die Amerikaner keine Winterreifen kennen. Zumindest John und seine Familie kennen den Unterschied nicht. Und weil daher die meisten Menschen mit Sommerreifen in den verschneiten Nationalpark fahren sind Schneeketten eben unerlässlich. Die Straßenverhältnisse waren aber einwandfrei, wenn auch an manchen Stellen etwas vereist. Aber keinesfalls schlimmer als wenn es in Deutschland mal über einige Wochen Schnee hat und kalt ist. Besonders schön war auch das Gebiet direkt bevor man in die Berge gefahren ist. Es hat mich ein wenig an Irland erinnert, besonders, weil es so grün war.

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Im Park angekommen hat es dann aber noch eine Stunde gedauert, bis wir das Tal erreicht hatten, weil man nur um die 30 km/h fahren durfte. Bei den steilen Abhängen und vereisten Stellen wollte man aber auch gar nicht schneller fahren. Außerdem hat es uns Zeit gegeben alles ausführlich zu bewundern. Die Berge mit ihrem schneebedeckten Nadelgehölz haben nämlich einfach wunderbar ausgesehen.Yosemite15Yosemite16
Im Tal haben wir zuerst das Besucherzentrum besucht, um uns einen Überblick über die Campingplätze zu verschaffen. Da nur zwei offen waren haben wir uns beide besehen und uns dann für den teureren (26$) Upper Pines entschieden. Der lag nämlich fernab der Straße vor einer Felswand und war schön ruhig. Das Camp haben wir dann in der Dämmerung aufgebaut. Ein Feuer konnten wir dank nassem Anzünder leider nicht machen, dafür gab es vom Gaskocher warmen Rindereintopf, den uns Johns Vater mitgegeben hatte.Yosemite13Yosemite14

Die Nacht über haben wir dann festgestellt, dass die Luftmatratze, die angeblich getestet worden war, Luft verlor. Sie musste alle 3 Stunden aufgepumpt werden, was bei der Kälte wirklich kein Vergnügen war. Nachts sind die Temperaturen nämlich vom Taupunkt auf -10 bis -16 Grad gefallen, weswegen ich auch in meinem -18-Grad-Schlafsack noch Thermohose, Fliespulli und Mütze angezogen habe. Letztere musste man sich sogar über Nase und Augenlider ziehen, weil die sonst ziemlich geschmerzt haben.
Tags über war das Wetter allerdings traumhaft mit blauem Himmel und erträglichen Temperaturen. Am zweiten Tag haben wir uns die Yosemite Falls angeschaut und sogar versucht zum ersten Wasserfall zu wandern. Leider war es schon spät am Tag, weswegen wir die Wandertour abbrechen mussten, bevor wir unser Ziel erreicht hatten.

Am dritten Tag sind wir einen wunderschönen Rundwanderweg gelaufen, der am Mirror Lake vorbeiging und von dem aus man den Half Dome aus nächster Nähe bewundern konnte. Zum Frühstück gab es an diesem Tag Bananenpfannkuchen und Speck der in einer Gusseisernen Bratpfanne direkt über dem offenen Feuer gebraten wurde. So gestärkt haben wir auf der eigentlichen Wanderung nur ein wenig Trail Mix und eine Orange gefuttert.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch habe ich etwas ziemlich gruseliges erlebt. Ich bin von einem Geräusch am Zelt aufgewacht. Es hat geklungen, als würde sich jemand oder etwas am Zelt reiben. Da uns der Ranger beim einchecken schon mitgeteilt hatte, dass die Bären im Yosemite Nationalpark im Moment nur teilweise im Winterschlaf liegen und es vor einigen Wochen einen Zwischenfall mit einem Bären gegeben auf dem Campingplatz gegeben habe, dachte ich natürlich sofort, dass ein Bär vor unserer Tür steht. Ich bin innerlich gefrohren und war nciht nur wegen der Enge meines Schlafsackes unfähig mich zu bewegen. Angestrengt habe ich auf die Atemgeräusche und das Reiben an unserem Zelt gelauscht, bis ich meine motorischen Fähigkeiten wiedergefunden und John geweckt habe. Der hat beim Aufachen ein Geräusch von sich gegeben, weswegen das Tier sich wohl erschreckt haben muss und ins Licht des Klohäuschens gelaufen ist, das direkt an unserem Platz stand. Der Schatten den es geworfen hat habe ich als Kojote indentifizieren können und war sofort etwas erleichtert. Die Erleichterung ist allerdings schlagartig verflogen, als ich gesehen habe, dass der Reißverschluss der Zelttür ca. 40 cm geöffnet war und die Verpackungen einiger Handwärmer nicht mehr im Zelt, sondern vor dem Zelt lagen. Diese Kojoten sind wohl schon ganz schön geschickt…

Noch während es tiefste Nacht war, hat es angefangen zu hageln und auch früh morgens noch etwas geregnet. Es war in der Nacht so kalt gewesen, dass unser Atem an der Zelt Innenwand gefrohren ist und eine dünne Eisschicht hinterlassen hat. Die ist beim einpacken des Zeltes natürlich im Auto getaut, weswegen die Planen jetzt im Carport hängen um zu trocknen. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir dann unter den Blicken von etwa einem Duzend Raben das Auto gepackt und uns durch das nebelverhangene Tal nach Fresno aufgemacht. Dort hatten wir nämlich in der vorigen Nacht ein Motelzimmer gebucht, weil auch für den Sequoia Nationalpark schlechtes Wetter vorhergesagt war und wir unser Zelt nicht im Dunkeln und bei Regen aufbauen wollten.Yosemite2Yosemite21Yosemite22Yosemite20

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