Mein erster (und zweiter) Tag als Wildcat

Der erste Tag als waschechte Wildcat (benannt nach dem Maskottchen der Uni) war einer der furchtbarsten ersten Tage überhaupt. Am Sonntag hatte sich mein Reifen schon schlapp angefühlt und war nicht mehr fahrtauglich, weswegen ich ihn am Montag direkt zum Radladen gebracht habe. Dort hat man mir geraten ihn vorerst mal aufzupumpen und zu schauen, ob das Problem weiterhin besteht. Gesagt, getan. Reifen aufgepumpt, dreimal um den Block gefahren und anschließend heim, ganz glücklich darüber, dass es wohl wirklich nur daran lag, dass der Reifen nicht richtig aufgepumpt war. Zuhause angekommen, habe ich dann ein Paket, das zur Post musste abgeholt und wollte mich eben wieder auf den Weg machen, als mir auffiel, dass der Reifen plötzlich noch platter als zuvor war.
Also habe ich mein Rad noch einmal zum Radladen geschoben. Wobei geschoben das falsche Wort ist. Vielmehr habe ich es getragen. Denn der Reifen war so platt, dass der Mantel immer wieder am Blech hängen geblieben ist und somit blockiert Rosemaryhat. Knapp eine Stunde nach meinem ersten Besuch war ich also wieder am Radladen, wo man mir dann erklärte, dass nicht nur mein Reifen kaputt sei, sondern auch die Schaltung (deshlab auch die komsichen Geräusche beim fahren und schalten…). Deshalb wurde auch das noch geflickt. Ich besitzte jetzt also ein praktisch neues Fahrrad. Ein Gutes hat das viele laufen allerdings gehabt: Mir sind große, getrimmte Rosmainhecken aufgefallen. Bei uns schneidet man Buxbaum in Form, hier Rosmarin.

Anschließend hab ich einen riesengroßen (35 Liter) Rucksack gekauft. Denn wer in einem, Land lebt, in dem Zucker und Co nur in 70 oz Packungen abgegeben werden, der muss auch genug Platz haben um das Alles auf dem Rad nach Hause zu schaffen. Vom Rucksackkauf bin ich dann direkt in die Monster Movies Class geradelt.
Lehre funktoniert in den USA anders als in Deutschland. Man hat das Gefühl, dass der Professor sich wirklich dafür einsetzt, dass jeder Student mitkommt und das Beste aus sich rausholt. Außerdem ist das ganze auch ein wenig verschult. Man bekommt Hausaufgaben und die Note setzt sich aus tausend kleinen Einzelleistungen zusammen. Die Filmliste und die Leseaufträge hören sich aber schrecklich spannend (haha) an und ich denke, dass ich dort viel lernen werde. Auch wenn ich direkt nach der Klasse kurz Panik wegen Sprachbarriere und Hausarbeit geschoben habe.
Im Interdisciplinary Graduate Studio Seminar, das von Cameron, bzw. kurz: Cam geleitet wird haben wir dann ratzifatzi eine erste Miniausstellung aufgebaut. Es ist unter anderem ein Druck hinter Plexiglas von mir zu bewundern. Wenn ich dran denke mache ich morgen Fotos und lade sie hoch. Danach habe ich einen Atelierplatz zugewiesen bekommen und noch ein wenig mit Cam über meinen (zu vollen) Stundenplan geschwatzt. Auch sowas, was man in Deutschland eher nicht sehen würde. Wahrscheinlich muss das Drucken weichen, sicher bin ich mir aber noch nicht.

Am zweiten Tag (heute) war dann volles Programm von acht bis sechs. Ziemlich anstrengend, viele Informationen und keine Zeit irgendetwas zu organisieren oder sich einen Überblick zu verschaffen. Das hasse ich ja ganz besonders deshalb, weil es mich immer im Glauben lässt, dass es einen Haufen Dinge zu tun gibt und ich schon im Rückstand mit deren Erledigung bin bevor das Semester überhaupt angefangen hat. Tatsächlich habe ich auch schon Hausaufgaben für Mittwoch Abend und Donnerstag Mittag!
Einen Teil davon habe ich zum Glück heute Abend schon erledigen können und hoffe, dass ich den Rest zwischen meinen Seminaren morgen unterbringe. Da sich mein Stundenplan nochmal geändert hat ist der im Moment nämlich supervoll und es bleibt kaum Zeit für Hausaufgaben.
Jetzt (9 Uhr Abends) koche ich aber erstmal was. Das hilft schließlich auch ein bisschen nicht ganz verrückt zu werden. Und außerdem muss ich ja für morgen sowieso vorkochen.

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