Tomato Festival

Der Sonntag hat heute mit einem festlichen Frühstück mit Bacon, Eiern und Roggenbrot begonnen. YUM! Danach habe ich mich meiner Reading Response gewidmet. Das ist ein Text von anderthalb Seiten, den man zu drei der Texte anfertigen muss, die wir im Seminar zu Tomatofestival_2den Monster Filmen lesen. Eine hab ich jetzt jedenfalls schon erledigt. Juhu!

Am Nachmittag war ich mit Sienna und klein Apollo auf einem Tomatenfestival, das von einer Gruppe selbstständiger Gärtner organisiert wird. Da gab es leckere Dinge zu trinken und ganz viele Tomaten zum probieren. Natürlich konnte man auf einem Laufzettel festhalten welche Sorten am besten geschmeckt haben. ebenso wurde bei den Salsas verfahren derer es mannigfache gab. Manche davon waren so scharf, dass meine Nebenhöhlen bis heute Abend frei geblieben sind! Statt gefunden hat das Ganze in einer Art Gemeindehalle mit Garten in Mitten der Walnussplantagen, die es um Chico herum viele gibt. Getrunken habe ich einen vorzüglichen Traubensaft (siehe unten) und Kombucha. Das ist eine Art aromatisierter, fermentierter, sprudeliger Schwarztee. Sehr lecker. Continue reading

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Roggen-Dinkel Mischbrot

Seit zwei Wochen bin ich ohne Brot, habe mich von Cornflakes, Milch, Cookies und anderen snacks ernährt, sofern es keine warmen Mahlzeiten gab. Das Brot hier in Amerika ist zu weich, zu süß und ohne jegliche Kruste. Selbst das, was an ein Baguette erinnert hat die Textur einer Plüschnachbildung des selbigen. Es handelt sich ausnahmslos um Toastbrot. Die einzige Ausnahme bilden die Brote, die von zwei kleinen Bäckereien auf dem Farmersmarket angeboten werden. Bei denen handelt es sich dafür im Gegenteil um schwere Vollkornklötze, die meiner Nickelallergie ebensowenig zuträglich sind. Deshalb bin ich nun schon seit etlichen Wochen auf der Suche nach hellem Roggen- (Typ 1050) und Dinkelmehl (Typ 630) gewesen, allerdings ohne Erfolg. Jedenfalls bis ich auf die Idee kam das Mehl auf Amazon zu suchen. Und siehe da, Amazon vertreibt Bob’s Red Mill Mehl gleich im Viererpack und als “light“-Version. Ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass es sich dabei um das von mir gesuchte Mehl handelt, habe es bestellt und damit gebacken. Continue reading

Und die Katze, die hat Daumen

Heute morgen sah ich gerade nach meinem Sauerteig, als eine Katze auf der Veranda auftauchte. Sie hatte hübsches rotes Fell und stützte sich mit den Vorderpfoten am Fenster ab, um hinein zu schauen. Dabei fiel mir auf, dass die Katze (oder der Kater?) einen Daumen besaß. Klar, denkt ihr jetzt, jede Katze hat einen Daumen. Einen der zurückgebildet oberhalb der Pfote sitzt. So einen Daumen meine ich aber nicht. DIESE Katze hatte einen echten Daumen. Einen, der an der Stelle sitzt, wo man ihn normalerweise vermuten würde. Einen, auf den sich die Katze genauso stützt, wie auf den Rest der Pfote. Das sieht dann aus, als hätte die Katze zwei kleine Boxhandschuhe an.

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Jazz und Margaritas

Heute hatte ich nur zwei Kurse: Aktzeichnen und Druckgrafik. Wobei ich aus letzterem ausscheiden werde und nur dann zu den Treffen erscheine, wenn ich auch wirklich etwas drucken will. Ein Sieb wurde mir auch schon zugeteilt, es heißt C3PO!!! Bald werden also Schüsseln, Teller und Fließen bedruckt.
Der Aktzeichenkurs war ziemlich verschult. Wir hatten heute ein Model mit fetten Dreadlocks und mussten nach jeder Zeichnung (drei haben wir angefertigt) über die Dynamik und die Komposition sprechen. Das war schon etwas anstrengend aber ich denke, dass J. (Jerome Pouwles, aber man nennt ihn nur J.)  möchte, dass man sich das Vokabular aneignet. Aus diesem Grunde müssen wir bis nächstes mal auch noch einige Künstler nachschauen und uns notizen zu ihrem Werk machen. Dabei soll dann natürlich das entsprechende Vokabular verwendet werden. Ist also auch für mich eine gute Übung, um zu lernen über Zeichnungen zu sprechen und dabei das richtige englische Vokabular zu verwenden. Allerdings habe ich festgestellt, dass viele der Menschen, die in Mainz zum Aktzeichnen gehen sehr viel weiter in ihrer zeichnerischen Entwicklung sind und das, obwohl in diesem Kurs sowohl die Fortgeschrittenen als auch die Profizeichner sitzen, also Menschen, die das schon eine Weile betreiben. Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt und welche Fortschritte zu sehen sein werden. Continue reading

Und am dritten Tag schuf Uta eine Venusmuschel-Seifenschale!

Heute war Töpfern angesagt! Denn ich bin ja gestern vom Anfängerkurs in den Fortgeschrittenenkurs gewechselt. Jetzt kann ich meine Projekte (derer ich schon einige im Kopf habe) ungehemmt verfolgen, obwohl ich vom Töpfern keine Ahnung habe. Um ein bisschen auf Tuchfühlung zu gehen habe ich deshalb heute diverse molds ausprobiert. Das sind Gipsformen, in die man die Porzellansauce kippt um dann die entsprechende Form damit abzunehmen und anschließend zu brennen. Leider gibts gerade keine Porzellansauce, deswegen haben wir einfach Ton hineingedrückt und beide Einzelteile miteinander verbunden. Das ist manchmal gar nicht so einfach! Dabei ist neben einer Walnuss und einem komischen Schiffsbecher auch eine Venusmuschel entstanden (es gibt dort echt verrückte Formen, unter anderem lauter Barbieköpfe…), die ich, sollte alles glatt gehen als kitschige Seifenschale verwenden werde. Jedenfalls hat das Gemansche mit dem Ton schon arg viel Spaß gemacht und wurde noch interessanter, als ich rausgefunden hab, dass man per Siebdruckverfahren die Glasur auf Papier drucken kann, welches dann nass gemacht und auf den Ton gepresst wird, sodass das Muster/Bilder, die auf dem Papier waren auf den Ton übertragen werden!!! Supercool! Probiere ich auf jeden Fall aus.

Danach habe ich einen kurzen Zwischenstop an dem Universitätsinternen Ausstellungsraum gemacht, um ein paar Bilder von der Ausstellung zu schießen. Mein Beitrag ist der kleine Druck hinter Plexiglas auf der linken Seite zwischen den schwarz gerahmten Bildern.
Ausstellung2

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Mein erster (und zweiter) Tag als Wildcat

Der erste Tag als waschechte Wildcat (benannt nach dem Maskottchen der Uni) war einer der furchtbarsten ersten Tage überhaupt. Am Sonntag hatte sich mein Reifen schon schlapp angefühlt und war nicht mehr fahrtauglich, weswegen ich ihn am Montag direkt zum Radladen gebracht habe. Dort hat man mir geraten ihn vorerst mal aufzupumpen und zu schauen, ob das Problem weiterhin besteht. Gesagt, getan. Reifen aufgepumpt, dreimal um den Block gefahren und anschließend heim, ganz glücklich darüber, dass es wohl wirklich nur daran lag, dass der Reifen nicht richtig aufgepumpt war. Zuhause angekommen, habe ich dann ein Paket, das zur Post musste abgeholt und wollte mich eben wieder auf den Weg machen, als mir auffiel, dass der Reifen plötzlich noch platter als zuvor war.
Also habe ich mein Rad noch einmal zum Radladen geschoben. Wobei geschoben das falsche Wort ist. Vielmehr habe ich es getragen. Denn der Reifen war so platt, dass der Mantel immer wieder am Blech hängen geblieben ist und somit blockiert Rosemaryhat. Knapp eine Stunde nach meinem ersten Besuch war ich also wieder am Radladen, wo man mir dann erklärte, dass nicht nur mein Reifen kaputt sei, sondern auch die Schaltung (deshlab auch die komsichen Geräusche beim fahren und schalten…). Deshalb wurde auch das noch geflickt. Ich besitzte jetzt also ein praktisch neues Fahrrad. Ein Gutes hat das viele laufen allerdings gehabt: Mir sind große, getrimmte Rosmainhecken aufgefallen. Bei uns schneidet man Buxbaum in Form, hier Rosmarin.

Anschließend hab ich einen riesengroßen (35 Liter) Rucksack gekauft. Denn wer in einem, Land lebt, in dem Zucker und Co nur in 70 oz Packungen abgegeben werden, der muss auch genug Platz haben um das Alles auf dem Rad nach Hause zu schaffen. Vom Rucksackkauf bin ich dann direkt in die Monster Movies Class geradelt.
Lehre funktoniert in den USA anders als in Deutschland. Man hat das Gefühl, dass der Professor sich wirklich dafür einsetzt, dass jeder Student mitkommt und das Beste aus sich rausholt. Außerdem ist das ganze auch ein wenig verschult. Man bekommt Hausaufgaben und die Note setzt sich aus tausend kleinen Einzelleistungen zusammen. Die Filmliste und die Leseaufträge hören sich aber schrecklich spannend (haha) an und ich denke, dass ich dort viel lernen werde. Auch wenn ich direkt nach der Klasse kurz Panik wegen Sprachbarriere und Hausarbeit geschoben habe.
Im Interdisciplinary Graduate Studio Seminar, das von Cameron, bzw. kurz: Cam geleitet wird haben wir dann ratzifatzi eine erste Miniausstellung aufgebaut. Es ist unter anderem ein Druck hinter Plexiglas von mir zu bewundern. Wenn ich dran denke mache ich morgen Fotos und lade sie hoch. Danach habe ich einen Atelierplatz zugewiesen bekommen und noch ein wenig mit Cam über meinen (zu vollen) Stundenplan geschwatzt. Auch sowas, was man in Deutschland eher nicht sehen würde. Wahrscheinlich muss das Drucken weichen, sicher bin ich mir aber noch nicht.

Am zweiten Tag (heute) war dann volles Programm von acht bis sechs. Ziemlich anstrengend, viele Informationen und keine Zeit irgendetwas zu organisieren oder sich einen Überblick zu verschaffen. Das hasse ich ja ganz besonders deshalb, weil es mich immer im Glauben lässt, dass es einen Haufen Dinge zu tun gibt und ich schon im Rückstand mit deren Erledigung bin bevor das Semester überhaupt angefangen hat. Tatsächlich habe ich auch schon Hausaufgaben für Mittwoch Abend und Donnerstag Mittag!
Einen Teil davon habe ich zum Glück heute Abend schon erledigen können und hoffe, dass ich den Rest zwischen meinen Seminaren morgen unterbringe. Da sich mein Stundenplan nochmal geändert hat ist der im Moment nämlich supervoll und es bleibt kaum Zeit für Hausaufgaben.
Jetzt (9 Uhr Abends) koche ich aber erstmal was. Das hilft schließlich auch ein bisschen nicht ganz verrückt zu werden. Und außerdem muss ich ja für morgen sowieso vorkochen.

Die letzten Tage waren ziemlich anstrengend weil so viel passiert ist. Erst das Treffen mit Chimichangaallen Dozenten am Freitag, dann die Ausstellung und das Treffen mit der Professorin der Druckgrafik und natürlich darf das Shopping fürs neue Zimmer und den Umzug nicht vergessen werden. Am Samstag gabs dann aber zum Glück eine Belohnung für all die Mühen: mexikanisches Essen!
Ich habe mich für eine große Margarita entschieden. Die war natürlich nicht nur groß sondern riesig, aber das bin ich ja mittlerweile von Amerika gewohnt. Zu essen gabs eine Kombination aus Tostada und Chimichanga. Kombintionen sind zwei Gerichte, die es dann im Miniaturformat gibt. Miniaturformat bedeutet allerdings natürlich nicht das, was man landläufig darunter versteht. Die Portionen sind immer noch riesengroß. Ersteres ist eine krosse Tortilla mit Bohnenpaste, Fleisch und Grünzeugs drauf. Letzteres ist ein mit Fleisch und Käse gefüllter Burrito der frittiert wurde und mit einer scharfen Sauce gereicht wird. Dazu gabs natürich rice and  beans und die obligatorische Guacamole. Nach dem Essen und der Margarita hat sich dann ein großes Wohlbefinden eingestellt. Ich war einfach satt und zufrieden und vom Tequila wahrscheinlich auch ein wenig angeschiggert. Anschließend haben wir daheim Youtubevideos geschaut. Das hört sich jetzt komisch an, aber da Jim Knopf und die Augsburger Puppenkiste hier gänzlich unbekannt sind, gab es keinen anderen Weg, um Trevor und Sienna zu zeigen was das ist. Wie zu erwarten war, waren sie ganz hin und weg von den Puppen, auch wenn der Witz der Konversationen in der Übersetzung in den Untertiteln etwas gelitten hat.

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